So, nun mal eine kleine Sammlung meiner Eindrücke Down Under.
Ich dachte ja eigentlich, dass der Linksverkehr recht ungewohnt sein wird. War er auch! Schon am dritten Tag hier in Syndey, bin ich bei Gillian im Auto mitgefahren. Nachdem man als Beifahrer ja links sitzt, ist man immer versucht mitzubremsen bzw. man fühlt sich in dem Auto irgendwie als Geisterfahrer… Am Freitag bin ich zum ersten Mal selber in Australien genauer gesagt in Sydney Auto gefahren, zum Glück einen Automatikwagen. Denn mit Links zu schalten ist am Anfang sicher eine Herausforderung… Allerdings hatte ich beim Abbiegen mein erstes Problem: Wie ich schon vermutet hatte, hab ich natürlich den Scheibenwischer anstatt des Blinkers angeschalten… Aber ansonsten ist es nicht schlimm, sich umzugewöhnen, lief ganz gut.
Auch wenn ich die Straße überquere, schau ich automatisch schon erst nach rechts. Aber auch die Ampeln sind hier genial. Wenn sie nach einer Ewigkeit mal grün werden (Autos haben’s, was Ampeln angeht, hier wesentlich einfacher), kommt ein Signal, das wie ein Startschuss wirkt: Alle laufen los. Und auch ich bin inzwischen darauf getrimmt!!! Nachdem manche Ampeln so geschalten sind, dass man in alle Richtungen gleichzeitig los darf, gibt es da dann sogar Ampeln fürs diagonale Überqueren. (Ich hoffe, ihr könnt mir folgen… )
Damit Busse nicht ständig zu spät kommen, gibt es hier Bus- und Taxispuren.
Aber man merkt deutlich, dass die meisten hier aus England stammen. Die stellen sich hier beim Einsteigen am Bus an. Soweit ja noch OK. Allerdings stellen die sich schon beim Warten auf den Bus an. Leider halten die Busse nicht an jeder Station und da die Stationen, wie schon gesagt, für Leute, die nicht aus Sydney kommen, kaum zu erkennen…
Andererseits ist die Orientierung hier sonst nicht so schwierig. (Ja, ich mit meinem besch…eidenen Orientierungssinn kann das behaupten!) Uns wurde geraten, dass wir, wenn wir uns verlaufen haben, einfach die George St finden sollen. Dann können wir der folgen. (Die George St ist die größte Straße im CBD.)
Wenn man doch mal nicht mehr weiter weiß und mit dem Stadtplan am Straßenrand steht, dauert es keine 5 Minuten, bis jemand vorbei kommt und fragt, ob er einem helfen kann. Typisch Australien!
Aber in der Früh gegen halb 9 bis 9 Uhr erinnert mich das Spektakel im CBD (Central Business District oder einfach “Innenstadt”) eher immer an das New York aus dem Fernsehen:
Männer und Frauen (besonders die Frauen!) laufen im Business-Outfit (Männer im Anzug, Frauen mit High-Heals und gestylt wie zum Ausgehen) die Straßen entlang. Und wenn ich sag “laufen” dann mein ich auch laufen, nicht gehen!!! Leute in Jeans und Turnschuhen fallen direkt aus Touristen oder Sprachschüler auf, denn auch die australischen Schüler tragen Uniform! Und zwar die Jungs zum Beispiel Anzug Pullunder und Krawatte!!! Die Mädels Röcke.
Was mich etwas erstaunt hat, ist, dass hier alles etwas anders ist, was das Einkaufen angeht. So haben Supermärkte auch Sonntags offen.
Ein Beispiel: Bis letzte Woche hatte der Coles an der Wynyard Station Montag bis Samstag von 6 Uhr Früh bis Mitternacht offen und Sonntag “nur” von 6 Uhr in der Früh bis 10 Uhr abends. Aber Manches ist wie in Amerika: Shampoo in 750ml-Flaschen oder Milch in Kanistern… Vor einigen Tagen bin ich mal durch das Queen Victoria Building (Shopping Center) geschlendert. Also im Gegensatz zu Lebensmittel ist Kleidung hier richtig günstig! Jeans für 35 Dollar (ca. 20 €) sind hier keine Seltenheit. Uns selbst die Jeans von Esprit kosten hier ca. 60 bis 100 Dollar (ca. 35 bis 60 €). Also etwa die Hälfte von denen in Deutschland!!! Dafür ist das restliche Sydney ziemlich teuer…
Aber egal wo und wann man unterwegs ist, vor, hinter oder neben einem steht, läuft oder sitzt irgendwo sicher ein anderer Deutscher. In der Innenstadt besonders, in den anderen Stadtteilen (Kings Cross mal ausgenommen) werden es dann schon weniger. Am schlimmsten daran ist: man kann sich nie sicher sein, ob man von dem Nebenmann gerade belauscht wird, oder nicht…
14.08.
Am Sonntag bin ich mit Colorful-Trips, einer “Partnerorganisation” von meiner Sprachschule in Sydney, raus in die Blue Mountains gefahren.
Wir wurden an verschiedenen Stationen in Sydney aufgelesen. Für mich ging’s um 8.10 Uhr am YHA Sydney Central los. In einem kleinen Bus (für ca. 25 – 30 Leute) ging’s dann erst mal zum Olympiastadion. Allerdings sind wir nur mal kurz durch die Olympia-Anlage und am Stadion vorbeigefahren. Danach ging’s weiter zum “Featherdale Wildlife Park”, wo wir nach etwa einer Stunde Fahrt ankamen. In diesem Park befinden sich alle größeren Tiere, die Australien zu bieten hat. Allerdings haben mir die Gehege nicht so wirklich zugesagt. Ich fand sie teilweise schon etwas klein und einengend für die Tiere….. Naja, der Park ist auf Touristen ausgelegt und somit kann man einigen Tieren dort sehr nahe kommen. Wie die anderen auch, habe ich also Koalas, Kängurus und Wallabys gestreichelt. An den “Southern Cassowary” (fragt mich bitte nicht nach dem deutschen Namen!!!) hab ich mich allerdings nicht ran getraut. Immerhin waren die größer als ich!!! (Die werden 1,50 – 2 Meter groß!) Nach einer Stunde in dem “Park”, die allerdings sehr knapp bemessen war, sodass wir relativ zügig hindurch laufen mussten, stiegen wir alle wieder in den Bus und fuhren weiter Richtung Nord-Westen in die Berge.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt kamen wir zu einem touristisch noch relativ unbekannten Aussichtspunkt mitten im Nirgendwo, zu dem es noch nicht einmal eine geteerte Straße gibt. So waren nur wir und ein paar andere waghalsige Besucher dort. Dieser Aussichtspunkt bestand eigentlich nur aus einer riesigen Felsplatte. Ohne Geländer oder andere Sicherungen geht’s direkt hinter der Kante einige hundert Meter in die Tiefe. Zu der eisigen Kälte (unser Führer hatte als “Berufskleidung” in Australien nur ein T-Shirt und ein kurzärmiges Hemd darüber…) ging noch ein extrem starker Wind, der uns bei machen Böen alle so schnell wie möglich von den Felsen und in Sicherheit flüchten ließ. Auch fielen einige Regentropfen. Nach einiger Zeit, damit auch jeder genug Fotos schießen konnte, ging’s dann weiter zu unserem nächsten Ziel.

Am “Echo Point” angekommen, kauften sich die meisten von uns erst einmal ein $5-Meal. Dieses bestand aus einem Getränk (wahlweise auch heiß, was wir dankend annahmen) und einem Sandwich belegt nach Wahl. Danach liefen dann alle runter zu den anderen unzähligen Touristen, um einen Blick auf die “Three Sisters” zu werfen. Wie wir dort erfuhren, sind diese nach der Oper in Sydney die am meisten besuchte Sehenswürdigkeit… Nach einigen Fotos (Nein, nicht nur die Japaner fotografieren wie wild! ) fuhren wir noch einmal etwa 5 Minuten zu unserem finalen Ziel.
Jetzt, da sich die Regenwolken endlich verzogen hatten, hieß es dann: Bushwalk! Wir liefen also eine Stunde lang (geplant waren 40 Minuten) in das Tal zwischen die Berge, die eigentlich keine sind, dazu aber später mehr…. So ging es also unzählige Stufen hinab, an etwa zehn Aussichtspunkten mit Blick auf die “Three Sisters” und/oder den Wasserfall vorbei. Es war ein wirklich schöner Weg und auch die Temperaturen wurden endlich etwas angenehmer, was daran lag, dass es zwischen des Felsen doch etwas wärmer war und wir uns dazu noch bewegt haben. Unten angekommen fuhren wir mit dem “Mountain Devil” zurück nach oben. Bei diesem Ungetüm handelt es sich um einen “Scenic Railway”, einem Wagen, der die Kohlewägen von früher ersetzte, da die Touristen mehr Komfort verlangten, und die Besucher nun mit einer meiner Meinung nach etwas zu schnellen Geschwindigkeit nach oben bringt. Allerdings muss ich dazu sagen, dass diese Bahn bis zu 52 Grad Steigung hat und durch einen stockfinsteren Steintunnel schießt. Wenn das Gitter über den Köpfen nicht wäre, wären sicher schon einige Touristen auf dem Weg verloren gegangen….
Nachdem sich alle durch den Souvenir-Shop gekämpft hatten, stiegen wir wieder in den Bus. Allerdings gab es am Bus eine kleine Überraschung. Von oben fielen kleine, aber doch deutlich zu erkennende, weiße Flocken. Erst dachten wir an Pollen. Als unser Guide aber auch ziemlich ungläubig in den Himmel starrte, realisierten wir endlich, dass das, was da vom Himmel fiel, das war, was wir Europäer auch als “Schnee” kennen….! Verdammt noch mal. Ich geh nach Australien und in der zweiten Woche werde ich von SCHNEE überrascht! Nachdem das auch in den Blue Mountains eine Seltenheit ist, herrschte dort am Abend noch ein absolutes Verkehrschaos, wie wir später im Radio hörten. Autos kamen von der Straße ab und einige Unfälle passierten… Wegen ein paar winzig kleinen Flocken Schnee! (Zumindest waren sie für europäische Verhältnisse klein. Für australische dagegen, unfassbar groß und zahlreich….! )
nach diesem “Schock” fuhren wir zurück in die Stadt, wo wir nach 2 Stunden Fahrt auch ziemlich müde und hungrig ankamen. Manche gingen danach noch in “The Gaff”. Ich ließ mir dagegen lieber der Roast mit allen möglichen Beilagen von Gillian, meiner “Gastmutter”, schmecken….
Nochmal zu den “Bergen”:
Wie wir auf unserem Trip erfuhren, handelt es sich gar nicht um Berge. Die ganze Formation, die heute mit den Tälern an Berge erinnert, ist in Wirklichkeit mal eine riesige Felsplatte gewesen. Allerdings hat die Erosion über die Jahrmillionen unzählige Täler hinein gefressen.
Auch der Name “Blue Mountains” ist irreführend. Die sind, wie andere Berge auch, grün und nicht blau. Allerdings wachsen dort hauptsächlich Eukalyptus-Bäume. Wenn die Sonne auf diese scheint, verdampft das Eukalyptus-Öl und die Luft bekommt von der Weite aus betrachtet einen blauen Schimmer. Umso heißer es also ist, umso blauer scheinen die Berge.
Auch zu den “Three Sisters” gibt es eine Legende der Aborigines:
In der Nähe des “Echo Point” gab es zwei verfeindete Stämme Aborigines. Die einen lebten im Tal, die anderen auf den “Bergen”. Ein Witchdoctor des Stammes, der in den Höhen lebte, wollte für sich und seine drei Töchter Nahrung besorgen, musste um Kängurus zu jagen allerdings ins Tal. Um seine Töchter zu schützen, verwandelte er diese in Stein. Als er auf der Jagd war, wurde er von einem Witchdoctor des anderen Stammes überrascht und in einen für die Region typischen Vogel verwandelt. Da er so seine Töchter nicht zurück verwandeln konnte, stehen sie da noch heute und warten darauf, gerettet zu werden…
06.08.08
Ich weiß jetzt schon wieder, warum ich so froh war, endlich mit der Schule fertig zu sein. OK, der Unterricht und die Lehrer hier in Sydney sind um einiges angenehmer als in Deutschland, aber irgendwie ist Schule doch Schule.
Aber von Anfang an:
Am Dienstag bin ich also in die Schule. Bis ich den Weg gefunden hatte, ist dann auch einige Zeit vergangen. Am Morgen erinnert die Gegend von Sydney (CBD=Central Business Destrict) an das typische Bild von New York. Tausende Leute im Business-Outfit “rennen” die Straßen entlang, mit Handy am Ohr, Zeitung oder “Coffee to Go” in der Hand.
Nachdem ich die Schule dann gefunden hatte (in den unteren 4 Stockwerken eines Gebäudeteils – alles Hochhäuser!), musste ich einen Einstufungstest machen und ein persönliches Interview bestehen. (Woher kommst du? Wo wohnst du? Wie ist deine homestay-Familie? Was hast du auf deiner Reise nach Sydney und in den ersten Tagen hier schon erlebt?) Nach diesen Tests (ich war mal wieder wie schon im WGG als erste fertig) hatten wir erst mal Pause. Nach einer kleinen Einführung über die Schule, wurden wir in die Level eingeteilt. Es gibt die Level 1 bis 6, wobei die 6 (Advanced) das beste Level ist. Ich hatte mich eigentlich in die 5, eventuell 4 eingeschätzt, bin aber in der 6 gelandet, als Zusatzkurs (man muss einen nehmen und ich konnte wählen aus: Business, SLV -Speeking, Listening, Vokabulary- und Writing. Mir wurde aber Business empfohlen. Danach ging’s zum ersten Unterricht – Business… Ach, was soll ich sagen? Wir haben nur darüber gesprochen, welche Klischees über welchen Nationen existieren…
Nach der Schule traf ich mich noch mit ein paar aus meiner ursprünglichen Reisegruppe und holte mir (eine Minute bevor sie geschlossen haben) im Immigrationsbüro meinen Visums-Aufkleber für den Pass. Allerdings war ich nicht sicher, ob ich diesen bekommen würde, da man ihn seit Anfang Juli nicht mehr unbedingt braucht. Der Ausdruck der E-Mail mit der Genehmigung des Visums reicht. Da ich aber Angst hatte, dass ich diesen irgendwann verliere und keine Möglichkeit habe, ihn mir wieder auszudrucken, wollte ich den Aufkleber. Außerdem hat man so eine weitere Seite im Pass zum Sammeln!
Am Abend bin ich dann wieder gegen 11 todmüde ins Bett gefallen, wie fast jeden Abend hier Down Under….
Heute morgen hieß es dann wieder, um 7 Uhr (Sydney) aufstehen. (Bei euch um 23 Uhr!)
Was mir aber zu schaffen macht, sind die Vögel hier. So eine Amsel, Taube oder ein anderer Vogel direkt vor dem Fenster in Deutschland ist nichts gegen die Lautstärke der Vögel hier! Wenn so ein Vogel über einem im Baum schreit, zuckt mal als Nicht-Australier automatisch zusammen…
Und diese Vögel sitzen auch hier liebend gerne vor meinem Fenster und fangen so gegen 6 Uhr (Winter!!!) zu schreien an…
Heute hatte ich dann das erste mal den normalen Unterricht – General English. Tja, könnt ihr euch noch an Affixe erinnern? (Für alle Nicht-Gymnasiasten: Vor- und Nachsilben) Ja, ich hatte neun Jahre Englisch in der Schule, komme hier nach Australien in eine Sprachschule und mache den selben Scheiß nochmal! Und die “Hausaufgaben” erst! Ich bin im höchsten Level und wir machen die Grammatik, die ich in der 9. Klasse gemacht habe!!! Arg! Hoffentlich wird wenigstens meine Englische Sprache und Aussprache besser. Aber laut Gillian spreche ich im Vergleich zu ihrer vorigen “Gasttochter” Julia ein um einiges besseres Englisch.
Nach dem General English und dem Business-Kurs (heute auch nicht um soviel lehrreicher) hatte ich noch einen freiwilligen Kurs: “Working Oz: Working in a restaurant”. Der war ganz OK. Zumindest habe ich ein paar Vokabeln gelernt, wie manche Lebensmittel wie Gemüse und Meeresfrüchte im Englischen genannt werden….
Vielleicht bringt’s ja doch was. Wir werden sehen…
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